Neun von zehn Top-Managern sind der Ansicht, dass das Wissen des Unternehmens in Zukunft einer der wettbewerbsentscheidenden Faktoren sein wird. Lebenslanges Lernen für alle ist deshalb angesagt. Hunderte von Seminaranbietern, Trainern, Ausbildnern, Gurus, Propheten und Scharlatanen machen sich das Wissen um diese Wissensgier zunutze. Zahlreiche Konferenzen und unzählige Artikel in Fachzeitschriften und Wirtschaftsjournalen versuchen, diese schwer fassbare Thematik in den Griff zu bekommen. Der Trend zur Wissensberatung wie auch rührige Betriebsamkeit in den Unternehmungen signalisieren die wachsende Überzeugung, dass Wissen über Wissen für den Unternehmenserfolg, wenn nicht gar für organisatorisches Überleben, von entscheidender Bedeutung ist. Der Stellenwert des Produktionsfaktors Wissen nimmt verglichen mit den traditionellen Produktionsfaktoren Boden, Kapital und Arbeit eine immer grössere und wichtigere Stellung ein.
Fig. 1: Von der Industrie- zur Wissensgesellschaft Unsere Diplomarbeit Mit unserer Diplomarbeit hatten wir einerseits den Auftrag, eine Vorgehensweise für eine wissensbasierte Unternehmensanalyse zu erarbeiten, sie durchzuführen und anhand der erzielten Resultate ein Umsetzungskonzept, abgestimmt auf ein KMU, zu entwickeln. Andererseits galt es, die Bedürfnisse für ein mögliches Ausbildungsmodul am Institut für Betriebs- und Regionalökonomie abzuklären und dazu ein Unterrichtskonzept zu erarbeiten. Theorie
Fig. 2: Wissensbausteine Im Rahmen unserer Arbeit verfolgten wir den integrierten Ansatz von Gilbert Probst und Kai Romhardt. Die Kernprozesse des Wissensmanagement sind in acht einzelne Wissensbausteine gegliedert. Diese Bausteine umschreiben weitgehend die möglichen Interventionsfelder für Wissensmanagementmassnahmen in einem Unternehmen. Das Konzept ist bezüglich bestehender Ansätze und Interventionsprojekte offen. Ein Wissensmanagementprojekt auf der Basis des vorliegenden Konzeptes kann ohne Mühe in bestehende Projekte integriert werden, auch wenn diese auf anderen Managementkonzepten oder Interventionsansätzen beruhen. Diese Integrationsfähigkeit wird vor allem dadurch unterstützt, dass sich die Bausteine des Wissensmanagements als ein Leitfaden für Interventionen verstehen lassen, der auf mehreren Ebenen angewendet werden kann. Praxis In der untersuchten Firma (Network41 AG) wurde eine wissensorientierte Unternehmensanalyse durchgeführt und daraus ein Konzept abgeleitet. Das aus drei Bereichen (1. "Wachstum der virtuellen Unternehmung N41", 2. "Mind the Gap" und 3. "Knowledge for Project") bestehende Konzept wurde mit der Firma Network41 diskutiert und stiess auf reges Interesse. Die Bedürfnisse der Network41 werden damit grundsätzlich abgedeckt, einer Umsetzung steht nichts im Wege. Mittels einer schriftlichen Befragung wurde das Bedürfnis für ein Unterrichtsmodul "Wissensmanagement"am NDS-U abgeklärt. Die Resultate der Umfrage (mit einem Rücklauf von über 70%) sagen aus, dass bezüglich diesen Lerninhalten grosses Interesse vorhanden ist. Aufgrund dieser Erkenntnisse wurde ein Unterrichtskonzept vorgelegt, welches zukünftigen Referenten als Pflichtenheft zur Ausarbeitung der Lektionen dienen kann. Schlussfolgerungen Als Kernaussage halten wir fest, dass es nicht entscheidend ist, ob Wissensmanagement anderen Unternehmensbereichen zugeordnet oder als eigenständige Disziplin betrachtet wird: Die Hauptsache ist, Wissensmanagement bewusst zu praktizieren. Wissen muss gepflegt werden, denn Wissen ist Wert ! Wir empfehlen für die Umsetzung, dass konkrete Bedürfnisse angegangen werden. Je schneller die Beteiligten Erfolge sehen können, desto grösser wird die Akzeptanz gegenüber dem Wissensmanagement. |